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Museum Villa Stuck

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Kunst
Temporäre und Dauerausstellungen
keine Sondertarife
keine Kombitickets
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So

11 - 18 Uhr

11 - 18 Uhr

11 - 18 Uhr

11 - 18 Uhr

11 - 18 Uhr

11 - 18 Uhr

Das Museum

Franz von Stuck (1863-1928) errichtete 1897/98 als 34-jähriger Maler, Graphiker und Bildhauer nach eigenen Entwürfen auf der Isaranhöhe seine außergewöhnliche Künstlervilla mit privaten Wohn- und Repräsentationsräumen sowie Künstleratelier. Das Haus ist höchster Ausdruck des Lebensgesamtkunstwerks des Künstlerfürsten. Das Vestibül, der Empfangssalon, Musiksalon, das Treppenhaus und das Atelier, bis ins Detail vom Künstler selbst entworfen, sind als Meisterwerke der Raumkunst erhalten. Der Bau der Villa Stuck verkörpert eine Architektur, die unmittelbar in die moderne Baukunst führt.

Alles ist von Stucks persönlichem Stil geprägt, dem es gelingt, Elemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance zusammen mit neuesten Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts zu einem eigenständigen, höchst eigenwilligen Gesamtkunstwerk von internationalem Rang zu gestalten. Die Ausführung übertrug Stuck den Münchner Unternehmern Heilmann & Littmann. Der dreigeschossige Bau der Historischen Villa ist ein monolithischer Block von denkmalhafter Wirkung. Vier turmartige Eckrisalite betonen die kubische Form des Hauses. Zwei geschwungene Auffahrtsrampen führen zum bronzenen Eingangsportal, das ein Medusenhaupt schmückt. Es wird von einem mächtigen dorischen Säulenportikus überdacht, der zugleich Atelierterrasse ist. Die Historische Villa präsentierte sich zunächst mit einer strengen, undekorierten, weißen Fassade, der Stuck später einen Dekor aus schlichten Rechteckfeldern hinzufügte (zuerst in schwarz, später ockerfarben).

Überlebensgroße Kopien antiker Statuen bekrönen die Attika: der Herakles-Lansdowne (J. Paul Getty-Museum, Malibu), die sogenannte Pudicitia aus dem Vatikan, die Amazone des Polyklet in Berlin und der Ares Borghese des Louvre. Auf der Höhe der Attika hat Stuck vor 1909 zwei Relieffelder mit zwei aufeinander zuschreitenden Götterzügen eingelassen.

Ein galvanoplastischer Abguss der Kapitolinischen Wölfin, das antike Wahrzeichen der Stadt Rom aus dem 5. Jhdt. v. Chr., steht auf der stadtwärts gerichteten Balustrade der Pergola. Sie bewacht die Villa des Künstlerfürsten und bezeichnet die Vorliebe Stucks für die Antike. 1914/15 erweiterte Stuck die Villa um ein imposantes Ateliergebäude – mit großem Maleratelier im Obergeschoss und Bildhaueratelier im Erdgeschoss – sowie einem Dienstbotentrakt mit Garage, die er durch einen Zwischentrakt mit dem Villengebäude verband. Vom Gebäude abgeschirmt verbirgt sich auf der Rückseite ein Künstlergarten, der pompejianische Vorbilder mit Kunstwerken des 19. Jahrhunderts verbindet.

NachtgesangHeidrun Sandbichler

28. Juni 2023 - 1. September 2023

Ein beschädigtes Plastikschiff mit flüssiger Tinte gefüllt schwimmt in einem Wasserbecken. Die „Arche Noah“ kann jederzeit kentern und ihr Inhalt ausschütten. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich das Wasser beginnt zu färben. Heidrun Sandbichler erinnert damit ebenso an die Fragilität des Daseins wie an die Vergeblichkeit gemeinschaftlicher Übereinkünfte: Ein ramponiertes Zeichen der Hoffnung, das kaum eine Chance hat, heil am anderen Ufer anzukommen.

Das angesteuerte Ziel der prekären „Patera“ könnte ein weiteres Werk Sandbichlers sein: „The New Colossus“ ist eine monumentale Textarbeit mit dem Sonnet von Emma Lazarus, dessen Verse Geflüchtete in Amerika willkommen heißen – im Sockel der Freiheitsstatue angebracht dient es wörtlich und im übertragenen Sinn als Fundament einer Nation von Immigrant*innen. Dort trifft die von Fluchterfahrungen geprägte Geschichte Europas auf die Gegenwart einer Politik, die Menschenrechte offen verletzt.

Heidrun Sandbichler hat in den letzten Jahrzehnten ein konzentriertes Oeuvre geschaffen, das poetisch und berührend zugleich die Verletzungen des Einzelnen ebenso wie die kollektiven Wunden der Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Und doch ist ihre politisch engagierte Arbeit stets leise. Sie deutet an, schreit nicht, und entspringt einer ästhetischen Haltung, die jenseits von plakativen Aussagen steht.
Die Arbeiten von Heidrun Sandbichler sind formal auf ein Minimum reduziert, ein wesentliches Ausdruckmittel ist ihr Material. So verwendet sie zum Beispiel oft eine spezielle Tinte, die dickflüssig und dunkel ein Moment des Innehaltens in sich trägt. Das Schweigen, den Schmerz und die Aufmerksamkeit, die die Erschließung dieser Arbeiten erfordert, sind dort gleichermaßen vertreten. Die Tinte verweist auch auf die Schrift und somit auf das Gedächtnis, ein Wissensspeicher, das nicht direkt zugänglich ist, und sich als Ahnung oder Schatten manifestiert.

Ticketpreise

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt.

Gesamtes Haus
Regulär: 9 €
Ermäßigt: 4,50 €

Jahreskarte: 20 €
Ermäßigt: 10 €

Museum Villa Stuck

Prinzregentenstraße 60
81675 München

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